Historie
Der Berufsstand des Versicherungsmaklers
Versicherungen in Form von Sterbekassen gab es schon im alten Rom. Später halfen sich die Gilden bei Bränden oder Schiffbruch. Karl der Große verbot diese Art von Versicherungen jedoch 779.
Im 14. Jahrhundert entstanden in Italien die ersten wirklichen Versicherungen. Es handelte sich hier um Seeversicherungen, die an den bedeutenden Handelsplätzen Italiens – Genua, Florenz, Pisa – abgeschlossen wurden.
Hier traten auch erstmals Versicherungsmakler in Erscheinung, die in die Vermittlung der Versicherungsverträge eingeschaltet waren und vor allem für deren Ausarbeitung verantwortlich waren. Versicherer waren in der Regel Kaufleute, die das Versicherungsgeschäft als Nebenerwerb betrieben und eigentlich Reeder, Bankiers oder ähnliches waren. Der Versicherungsmakler war bei diesen Geschäften der Versicherungsprofi, der nicht nur vermittelte, sondern vor allem die juristische, wirtschaftliche und organisatorische Verantwortung übernahm.
Die Ausbreitung des Versicherungsmaklers
Tätigkeit und Entwicklung des Berufsstands des Versicherungsmaklers sind also engstens mit der Seeversicherung verknüpft. Daher folgt die Ausbreitung des Versicherungsmaklers dem Seehandel. Über die Hafenstädte Italiens und der Niederlande gelangte der Beruf nach Norddeutschland. Hier ist das Wirken von Versicherungsmaklern erstmals 1590 im Zusammenhang mit den hamburgischen Seeversicherungen nachweisbar.
Seine Bezeichnung bekam der Versicherungsmakler in den Niederlanden. Makler leitet sich von „makelaar" ab und bedeutet einfach „Macher". Die ersten hamburgischen Policen wurden – unter Mitwirkung der Makler – in Holländisch verfasst. 1731 wurde die Verwendung des Niederländischen in Versicherungsverträgen zwar verboten, aber der Begriff „Makler" blieb.
Der Makler, als unabhängiger Berater
Den Makler, als unabhängigen Berater der Versicherer, gab es lange Zeit nur in den Seestädten. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts findet man langsam auch Versicherungsmakler im Binnenland.
Bis ins 19. Jahrhundert mussten Makler den Maklereid ablegen und waren damit besonders gebunden. In der Folgezeit verschwanden schrittweise Zulassungsverfahren und Kontrollen. Makler konnte jeder sein.
Seit Mai 2007 gibt es in Anknüpfung an die lange Tradition der Vertrauensposition, die man einem Versicherungsmakler zuerkannte, wieder eine Versicherungsvermittlerordnung, die festlegt, dass jeder Makler ausreichende Qualifikation, Zuverlässigkeit, eine Vermögensschadenhaftpflicht und die Registrierung bei der Industrie- und Handelskammer nachweisen muss.
Der Versicherungsmakler heute
Der Versicherungsmakler ist heute kein hanseatischer Spezialmakler für Schifffahrtsrisiken mehr, er arbeitet mit unterschiedlichsten Branchen und auch Privatleuten. Aber er gehört trotz Beziehungen zu den Versicherern immer noch beratend zu den Versicherten und er sollte immer noch derjenige mit der größten Fachkompetenz sein.

Risikomanagement
